Der zweite Tag auf der Strecke nach Tynda verläuft eher ruhig und weniger spektakulär. Beeindruckend ist zwar, dass wir hier sehr tief in Sibirien sind. Die Landschaft besteht zu einem grossen Teil aus Sumpflandschaft, der Wald ist lichter geworden. Grosse Flächen sind abgebrannt, heute steht kein Geld mehr für die Feuerbekämpfung zur Verfügung und die Leute müssen mit eigenen Händen gegen die Flammen ankämpfen, was natürlich bei einer grossen Ausdehnung nicht gelingt. So gibt es hier sehr viele „Baumruinen“, Überreste grosser Waldbrände, die traurig anzuschauen sind.
Der Zug folgt einem grossen Fluss. Die Strecke ist nur noch einspurig und wir rollen sehr langsam voran. Ungefähr jede Stunde warten wir auf einer Ausweichsstelle einen entgegenkommenden Zug ab. Grössere Bahnhöfe gibt es nur wenige. Manchmal gibt es Haltestellen mitten im Nichts und wir fragen uns, wo die Leute hier wohl hinwollen. Der Himmel bedeckt sich wieder mit Wolken und es bleibt uns etwas Zeit, um auszuruhen, bevor wir in Tinda ankommen.