Chengdu – welche Wohltat, erreichen wir über einen top-modernen Flughafen und werden sogleich von einer englischsprechenden netten Frau von Sim’s Cozy Guesthouse erwartet, wo wir die nächsten Tage wohnen werden. Die Stadt ist riesig, über zehn Millionen Einwohner, und die Fahrt vom Flughafen zum Gästehaus dauert rund 50 Minuten. Auf dies hatten wir uns lange gefreut, Sim und Maki haben selbst zwei Kinder (im gleichen Alter wie unsere ) und wir bekommen ein Familienzimmer mit Veranda und grossem Bett, plus ein Babybett. Alles sehr praktisch.


Wir besuchen den bekannten Wensu-Tempel, der an sich ganz hübsch ist und wo man viele Leute beobachten und Teetrinken kann. Den Tempeln in Shanghai oder Xian steht er aber eher hintenan. Das Teehaus ist witzig, Teetrinken ist in Chengdu eine wichtig Tradition. Man bestellt die Tassen und kann dann den ganzen Tag sitzen bleiben, da einem immer wieder nachgefüllt wird. Uns schmeckt der Tee jedoch nicht besonders und bald fahren wir mit dem Taxi quer durch die Stadt zum Riverview-Park, einer Art botanischer Garten für Bambusbäume. Dies ist etwas vom Besten was wir bisher gesehen haben und wir können den Besuch sehr empfehlen! Hier spielt das Leben, in unzähligen Teehäusern entlang des Flusses treffen sich vor allem die älteren Menschen zum Mahjongg spielen und wir glauben, dass man auf diese Art ein gutes Leben führen kann. Es ist angenehm im Schatten der bis zu 20 Meter hohen uralten Bambusbäume zu sitzen und den Tag zu geniessen. Sehr zur Freude von Anja hat es einen Spielplatz auf chinesische Art und sie will gar nie mehr von dort wegkommen.

Doch zum Glück bleibt ja noch der Besuch bei den Pandabären – das Highlight unserer Reise. Zusammen mit einer belgischen Familie und deren drei Kinder fahren wir zur Pandabären-Aufzuchtsstation. Zuerst können wir die „Teenager“ besuchen, diese sind rund zwei Jahre alt und wohl die aktivsten von allen. Man muss frühmorgens kommen, wenn sie noch nicht auf den Bäumen rumhängen und schlafen, sondern sich mit Bambus den Magen füllen. Die Bärchen sind ja so süss und unser Speicherchip der Kamera gerät ganz schön an seine Grenzen, denn jede Bewegung will natürlich festgehalten werden! Dann sind noch die Babys, die würde man am liebsten mitnehmen. Leider müssen sie heute drinbleiben, weil das Wetter nicht so toll ist und sie zum Schutz vor der Feuchtigkeit nicht ins Freie dürfen. Am Schluss bleiben noch die grossen Panda’s, die sich aber relativ weit weg aufhalten und wir deshalb nicht so gut beobachten können wie die Teenager, welche einfach allen die Show stehlen.

Am letzten Tag machen wir einen Spaziergang durch die berühmte Fussgängerzone, doch kaum haben wir sie betreten, werden wir gleich von der gesamten Menschenmenge regelrecht überfallen und müssen schauen, dass wir unsere Kinder aus dem Gewühl überhaupt wieder rausbekommen! Manchmal hat es mit der Begeisterung einfach auch Grenzen und wir wären lieber durchsichtig. Meistens geht es ganz gut, doch kaum hat ein Mensch unsere Kinder entdeckt und nimmt die Kamera hervor, kommen die Chinesen in Scharen.

Doch auch das überstehen wir und machen uns bereit für den Flug nach Lijiang, der aufgrund einer Flugplanänderung erst kurz vor 22 Uhr abends fliegt. Unsere Angst ist vergebens und am Flughafen werden wir normal eingecheckt und gehen durch die Sicherheitskontrolle, ohne das ein Mensch das Antibiotika oder sonstwas beanstandet! Es ist einfach eine andere Welt und das ist gut so. Unser Flieger hebt ab und wir verabschieden uns von dem Lichtermeer des nächtlichen Chengdu.