Der Tag begann gemütlich mit einem währschaften Frühstück in der Schweizer Pension und angeregten Diskussionen mit anderen Gästen, die von Wien angereist waren.

 

Pünktlich um 10 Uhr morgens stand auch schon unser Transferfahrer vor der Türe und lud uns samt Sack und Pack ein, weil wir aus organisatorischen Gründen die 2. Nacht woanders verbringen müssen. Also mussten wir zuerst das Gepäck deponieren, dann brachte er uns zur Schiffsstation bei der Ermitage, wo man sich ganz einfach Tickets für das Boot zum Peterhof kaufen kann.

 

Es lief alles sehr gut und in Kürze sassen wir im Hydrofoil das mit Hochgeschwindigkeit erst über die Neva, dann über die Ostsee "flog". Die Kinder staunten und wir freuten uns dass alles so gut lief.

Wenn man das Schiff verlässt, läuft man über einen Steg zum unteren Park vom Peterhof, für den man im Sommer Eintritt bezahlen muss. Hier standen wir schon relativ lange an, und später beim Hauptpalast, wo man wieder Eintritt zahlen sollte, waren wir uns schnell einig, dass sich eine geführte Tour nur alleine schon deswegen lohnen würde um die endlosen Warteschlangen zu umgehen. Denn in den Palast schafften wir es aufgrund der Wartezeit von bis zu zwei Stunden dann schlussendlich nicht - und die Eintrittspreise, genauso wie die Preise für die Schiffstickets - sind sowieso auch horrend! Dies nur schnell vorneweg genommen...!

 

Wir berappten also was für die Erwachsenen zu berappen ist für den Park, die Kinder die noch nicht zur Schule gehen, dürfen gratis rein. Interessanterweise wird auch nichts für's Fotografieren verlangt wie wir das sonst schon oft erlebten, dafür aber 200 rub. wenn man ein Stativ mitnehmen möchte!

 

Vom Landungssteg an der Ostsee hatte Peter der Grosse einen Kanal bis zum Schloss bauen lassen, damit er nicht so weit laufen musste. Wir vom gewöhnlichen Fussvolk legten den Weg natürlich per Pedes zurück. So schlimm wie ich mir das vorstellt hatte, war es aber gar nicht, und es gibt unterwegs immer wieder etwas zu sehen. Von den Brücklein die den Kanal überqueren hat man eine wunderbare Aussicht auf die Frontseite vom Palast mit seinen weltberühmten Fontänen.

Die goldenen Dächer und Figuren der unzähligen Springbrunnen lassen einem den Atem anhalten. Ich hab noch nie so etwas Prächtiges und Geniales gesehen! 

 

Die Schloss- und Parkanlage ist eine der schönsten der Welt, die mit Ausnahme von Versailles bei Paris vergeblich ihresgleichen sucht. Die Entstehung vom Peterhof ist auf das Jahr 1704 zurückzuführen. Kurz nach der Gründung Sankt-Petersburgs entstand an der Südküste des Finnischen Meerbusens ein kleines Landhaus dass Peter der Große in Auftrag gegeben hatte. Hier machte der Zar auf seinem Weg von der Peter-Paul-Festung nach Kronstadt oftmals eine Rast. 1723 schliesslich konnte der Palast eingeweiht werden.

 

Im 2. Weltkrieg wurde Peterhof von den Deutschen fast vollständig zerstört und musste nach dem Krieg mühevoll wieder aufgebaut werden.

 

Heute ist die Gartenanlage mit Wasserspielen und über 150 Fontänen versehen, die über ein ausgeklügeltes unterirdisches Rohrsystem gespeist werden und ausschließlich durch natürliches Gefälle funktionieren. Man sollte als Besucher über Ersatzkleider verfügen, denn man kann nie wissen wann plötzlich eine Wasserfontäne auf einem zuschiesst (v. a. auf dem Weg vom Bootssteg weg rechter Hand zum Schloss!!).

Um in den oberen Park zu gelangen, bereitete uns auch noch etwas Mühe, da man dazu den "unteren Park", für den wir ja Einritt bezahlt hatten, verlassen mussten. Dies ging nur nach einigen Diskussionen und dem Vorweisen der Rückfahrkarten für das Schiff. Also Achtung wer den Ausgang zur City benutzt kommt da nicht ohne Weiteres wieder rein!

 

Der obere Park kostet hingegen keinen Eintritt, ist aber in meinen Augen auch weniger attraktiv. Es ist einfach ein normaler, zwar riesengrosser symmetrisch angelegter Schlosspark mit Blumen, Brunnen und Wegen die zum Palast führen.

 

Kurz nach dem Besuch im oberen Park prasselte ein Wolkenbruch auf uns nieder, und wir wollten ins nahegelegen Schlosscafé flüchten. Aus Panik vor den Menschenmassen hatte der Kellner aber die Türe verschlossen und liess uns erst mit einigen anderen im Regen stehen. Anja klopfte verbissen an die Glastüre und setzte ihren schönsten Blick auf, so erweichte sich das Herz des Kellners und nur wir vier durften hinein, die anderen mussten draussen bleiben!!! So warteten wir gemütlich bei einem Kaffee auf besseres Wetter und machten uns schlussendlich auf den Heimweg.

 

Fazit vom heutigen Tag: man kann zwar alles gut alleine machen, jedoch kosten die Eintritte in St. Petersburg v. a. im Sommer sehr viel, und man steht stundenlang Schlange. Wer das nicht mag, zahlt lieber etwas mehr und nimmt eine gebuchte Tour, die dann den VIP Eingang benützt (auch bei der Ermitage), oder kommt ausserhalb der Hauptsaison, wobei dann natürlich v. a. der Park im Peterhof nicht mehr so attraktiv ist.